Hüxstraßenfest


Samstag, 11. Juli 2015


Literaturapotheke und Ausstellung bei maKULaTUR

 

Hadern Sie mit Ihrer Figur? Ringen Sie mit einer Schreibblockade? Leiden Sie unter Hitzewallungen, Nervosität, Gefühlsausbrüchen? Sind Sie zivilisationsmüde, melancholisch, menschenscheu?
Plagen Sie Fernweh, Unzufriedenheit, Liebeskummer? Dämpft eine narzisstische Kränkung ihr Lebensgefühl? Zwickt das Gewissen? Sind Sie einem Laster verfallen – oder dem Jugendwahn? Fehlt Ihnen Bewegung? Schmerzt der Rücken oder das Herz? Halten Gier oder Ängste, Pubertät oder Midlife-Crisis Sie im Würgegriff? Haben Sie nichts zu lachen?

Grämen Sie sich nicht länger: Wir haben für jedes Leiden die richtige Mixtur zubereitet und gebrauchsfertig eingetütet. Begleitend richtet die Malerin und Kunsttherapeutin Sibille Wolfgram, Dozentin an der Kunstschule der Gemeinnützigen, ihren unbestechlichen Blick auf unser aller organisches Inventar.

Literatur hilft – rezeptfrei in Ihrer Buchhandlung!

 

Das Konzert fällt aus


17. Juni 2015


Aufgeschlagen zur gar nicht heiteren Nachricht: 'Herr Affe, wie geht's? Heitere Haiku' (Reclam Verlag 2015)

Weniges bedauern wir (und die Künstler!!) mehr: Der in großer Vorfreude angekündigte Auftritt von Ulrike Haage und Eric Schäfer am 18. Juni findet nicht statt. Gestern noch ein großes Interview mit der Musikerin auf der Kulturseite der Lübecker Nachrichten, heute nun das. Der Grund liegt in der Hochrechnung des Kartenvorverkaufs an den stadtbekannten Stellen - ein veranstaltungstechnischer Erfahrungswert und ein vages, etwas schales Kriterium, dem wir als notorisch unberechenbare Abendkassennutzer nicht recht vertrauen mögen. Wir wünschen uns sehr - sehr!, die Künstler aber doch zu einem anderen und nicht zu fernen Zeitpunkt in einem auf eben das hochinteressante Projekt zugeschnittenen Raum und Rahmen in Lübeck zu sehen!!

 

Wolkenkuckucksheim präsentiert:


Ulrike Haage + Eric Schaefer
Gast: Masami Sato, Sopran


18.06.2015 um 20:00 Uhr
im Kolosseum
Kronsforder Allee 25
23560 Lübeck

Wolkenkuckucksheim.tv (der nebenstehende Link führt hin), sonst zwischen unseren Büchern zu Hause, hat allen Grund, diesmal die größere Bühne zu suchen:

Ulrike Haage und Eric Schaefer
Gast: Masami Sato, Sopran

treten am Donnerstag, dem 18. Juni
um 20.00 Uhr im Kolosseum auf

Die musikalische Sprache der Jazzpreisträgerin, Komponistin, Pianistin, Klangkünstlerin, Regisseurin Ulrike Haage diffundiert in Theater-, Opern-, Film- und Literaturprojekte. Als Hörspielautorin hat sie mit sensiblen Text- und Klangportraits von Helen Hessel, Louise Bougeois, Eva Hesse, Leonora Carrington, Burroughs Impulse gesetzt.

Seit 2006 arbeiten Ulrike Haage und der Schlagzeuger Eric Schaefer kontinuierlich zusammen. 'For all my Walking', benannt nach einem Haiku von Santoka Taneda, ist ihr drittes gemeinsames Projekt, erarbeitet 2012 während eines dreimonatigen Aufenthaltstipendiums in der Villa Kamogawa in Kyoto, der Künstlerresidenz des Goethe-Instituts.

Die Kyoto-Klangtagebücher folgen einer doppelten Spur. Neben den rein instrumentalen Kompositionen für präpariertes Klavier, Tastenglockenspiel, Schlagzeug und diverse Perkussions-instrumente (wie das japanische suiruon) steht ein als Hörspiel konzipiertes Stück, das in Tagebuchauszügen und Klang-fragmenten von den Wanderungen der Musiker erzählt, von Pilgerrouten, Tempelanlagen, Großstadtreizungen unter dem Nachhall der Fukushima-Katastrophe.

Die Musik des Duos ist klang- und dynamikbasiert, sie gibt dem einzelnen Ton in seiner unverstellten Form viel Raum, indem sie ihre Hörer und deren Imaginationsfähigkeiten immer mitdenkt. Ihr Stil lässt Wurzeln im Jazz, im Impressionismus und in der minimalistischen Musik erkennen und trägt doch eine kompromisslos eigene Handschrift, die von tiefem Respekt vor dem Instrument des jeweils anderen und der Kommunikation im Duo geprägt ist.


Beide waren in Lübeck 2011 mit ihrem Klangprojekt 'In:finitum' zu Gast; 2014 stand Ulrike Haage Studierenden der Musikhochschule Lübeck im Rahmen des Projekts 'Start - Junge Künstler live' als erfahrene klassische und Jazzmusikerin zur Seite; für ihren Soundtrack zu dem Dokumentarfilm 'Zwiebelfische' erhielt sie 2010 den Sonderpreis der Nordischen Filmtage.


Eintritt: 25,00 EUR, Schüler & Studenten 18,00 EUR
Vorverkauf, das Doppelalbum und weitere CDs bei maKULaTUR

 

Welttag des Buches

23. April 2015


Podiumsdiskussion im Scharbausaal 

Podiumsdiskussion zur Zukunft des Buches im Scharbausaal mit Kultursenatorin Weiher, A. Buske u. B. Hatscher/ Stadtbibliothek,     S. Weigand/ Pressezentrum, bb/ maKULaTUR, moderiert von         W. Fabian, veranstaltet von der Heinrich Böll Stiftung SH und der Bibliothek der Hansestadt Lübeck, am 23. Mai um 18.00 Uhr nachzuhören im Offenen Kanal Lübeck


http://www.stadtbibliothek.luebeck.de/files/Podiumsdiskussion_PDF.pdf

Kein öffentlicher Auftritt ohne Gespenster, die hinterherflattern: die Gespenster des Ungesagten. Das nicht über die Lippen kam. Die Pointe eventuell, die ihren Einsatz verpasst hat. Das schlicht und ergreifend nicht ergriffene Naheliegende. Eine Wolke ungeplatzter Sprechblasen schwebt über dem aufgehobenen Podium.
Einmal pusten hätte zum Beispiel genügt, ein Blick zum Joker im Publikum, zur Mitstreiterin, der's auf der Zunge lag, als wir da oben zu skeptisch causierten über die Erfolgsquote des Buchhändlers als Anlaufstelle für Autoren in spe: man könne selten guten Gewissens zur Veröffentlichung raten und einen Verlag ernsthaft ins Spiel bringen. Aber es gibt solche Fälle.

Wir tragen nach und heben noch einmal hervor: 'Die DNA der Stadt', siehe unten, da gab es ein Vortasten, Zuraten, Chancen Bereden und eine Empfehlung. Der Entwurf blieb nicht Makulatur, er entfaltete sich auf's Anschaulichste im Verlag Hermann Schmidt.


Wer das übergeordnete Thema vertiefen möchte, versenke sich in G. K. Bose: Das Ende einer Last, Wallstein 2013, Michael Hagner: Zur Sache des Buches, Wallstein 2015, Roland Reuß: Ende der Hypnose. Vom Netz und zum Buch. Stroemfeld 2012, Philipp Felsch: Der lange Sommer der Theorie, C. H. Beck 2015 oder, lustvoller, in Ulrich Raulff: Wiedersehen mit den Siebzigern. Die wilden Jahre des Lesens, Suhrkamp 2014 - alle bei uns vorrätig!

(Foto: Kurt Salchli. Dziękuję bardzo!)

G7 in Lübeck


14. April 2015


'Man begann, sich an das Geräusch zu gewöhnen, das dort draußen anschwoll, abnahm, pausierte'

 

Dat is nu so wied ...
G7-Konferenz vom 14. bis 16.4.2015 in Lübeck

"Plötzlich wurde Rufen und Schreien, eine Art von übermütigem Johlen, Pfeifen und das Gestampf vieler Schritte auf der Straße vernehmbar, ein Lärm, der sich näherte und anwuchs ... 'Mein Gott!' rief die Konsulin, indem sie ( ) angstvoll aufsprang und zum Fenster eilte. 'Sollte es...O mein Gott, ja ( ) ... Es ist das Volk ...'

Die Sache war die, daß während des ganzen Tages bereits Unruhen in der Stadt geherrscht hatten. In der Breiten Straße war am Morgen die Schaufensterscheibe des Tuchhändlers Benthien vermittelst Steinwurfes zertrümmert worden, wobei Gott allein wußte, was das Fenster des Herrn Benthien mit der hohen Politik zu schaffen hatte. ( ) In diesem Augenblick kam der Konsul durch die Säulenhalle ( ) Er trug seinen Paletot über dem Arm und den Hut in der Hand. 'Du willst ausgehen, Jean?' fragte die Konsulin entsetzt ... 'Ja, Liebe, ich muss in die Bürgerschaft ...' ( )

Als er in die Bäckergrube hinaustrat, vernahm er hinter sich Schritte und erblickte den Makler Gosch ( ) 'Ich bin den ganzen Tag unterwegs gewesen, ich habe den Pöbel beobachtet. Es waren herrliche Bursche darunter, das Auge flammend von Haß und Begeisterung ... O, man kann nicht leugnen, dass die Sache ihre erhabene Seite besitzt! Es ist endlich einmal etwas Anderes, wissen Sie, etwas Unalltägliches, Gewalttätiges, Sturm, Wildheit ... ein Gewitter ...'"

Rückblick: Die Lesung


9. März 2015

An dieser Stelle fehlt etwas: ein fotografischer Blick in die dicht bevölkerte Diele am Samstagabend; auf Svenja Leiber vor hohen Fenstern, nach vielen Exkursen angekommen im Letzten Land; eine Tonaufnahme der wohltemperierten Autorinnenstimme, die das Publikum gut gestützt durch das Gelesene und Erzählte trug, nicht ohne die Bogenstriche von Yonah Raupers, der es, auf der knarrenden Treppe und Galerie balancierend, "vergeigte"; eine Wiedergabe der Geräuschkulisse von vermischten Gesprächen bis Mitternacht, klirrenden Gläsern und zusammenrückenden Stühlen auf Gotlandfliesen.

Autorenlesung:


Svenja Leiber liest aus ihrem 2014 bei Suhrkamp verlegten Roman 'Das letzte Land'


samstag
7. märz 2015
19 uhr
eintritt 8/erm. 6 euro

maKULaTOUR ins dielenhaus
fleischhauerstraße 79
23552 lübeck

„Das letzte Land“ ist aus guten Gründen unkenntlich, aber keine Terra incognita - für den Lübecker Leser nicht, und für die Autorin nicht, die aufgewachsen ist auf dem Terrain, das sie bespielt.

Wir freuen uns außerordentlich, Svenja Leiber
am Samstag, dem 7. März, um 19 Uhr im Dielenhaus, Fleischhauerstraße 79
begrüßen zu dürfen. Sie liest aus ihrem 2014 bei Suhrkamp erschienenen Roman „Das letzte Land“.


Karg sind die Verhältnisse, und die Zeichen stehen nicht gut für eine musikalische Hoffnung wie den Knaben Ruven, denn er ist nicht die Hoffnung derer, mit denen er aufwächst, viel eher eine des Lesers, der sich gern darauf einließe, dass sich nach den Regeln des Bildungsromans die Künstlerlaufbahn schlüssig vollende.

Hier wird ein anderer Grundton angeschlagen. Die Melodie entspinnt sich entlang der Lebensstationen des Stellmacher-sohns, der als Junge das Geigenspiel für sich erfindet, von einem mit Mühe gewonnenen Lehrmeister auf den nächsten sattelt und von einer tiefen Liebe erfasst wird, für die es zu früh und am Ende zu spät ist. Er spielt zu Hochzeiten auf, geht seinen Fußweg in die nicht weiter genannte Stadt – sie gleicht Lübeck -, findet einen Mäzen, trifft in der Linde’schen Villa auf Munch, ist, als der Krieg ausbricht, Stellmacher, Bauer und Knecht, bis die Front die Männer vom Dorf in Stücken zurückspült. Das ist erst der Anfang.

Ein mit großer Selbstverständlichkeit wirtschaftender Tod mischt sich früh ein. Der individuelle natürliche und der verbrecherische, dann das gewaltsame große Sterben, das sich jenseits des Erzählbaren ereignet, zweimal für den in die erste Jahrhundert-hälfte geworfenen Ruven. Andere Stimmen werden laut, es ist nicht anzukommen dagegen, und auch am eigenen Einknicken und an dem Widersacher seit Kindertagen, der, selbst ein Getriebener, die Verhältnisse ausbeutet für seine Zwecke, zerschellt das meiste.

Was sich darüber hinaus ereignet, ist ein vollkommen unprätentiöser Sprachwitz, ein durchgehaltener Ton, lustvoll, schnörkellos und pointiert: eine nie, aber wie gesprochene Sprache.

Der Lübecker Stadtdiskurs: Wo steht Lübeck morgen?


1. Februar 2015

Zu ihrem 225. Jubiläum veranstaltet, fördert und unterstützt die GEMEINNÜTZIGE mit zwölf weiteren Institutionen, Stiftungen und Akteuren eine 15-teilige Vortragsreihe zur Zukunftsfähigkeit Lübecks mit anschließender Diskussion.
http://www.luebeckerstadtdiskurs.de

Idee, Konzeption und Umsetzung:
Antje Peters-Hirt, Lübeck, und Prof. Dr. Ulf Matthiesen, Humboldt-Universität Berlin


Nächste Termine:

►22.04.2015 Wohnen in der Wissensstadt! Biografische Episode oder lebenslange Konstante? Dr. Marcus Menzl, HafenCity GmbH Hamburg

►20.05.2015 Einfallsreiches Weiterbauen im Bestand des Lübecker Weltkulturerbes. Marco Zünd, Buol & Zünd Architekturbüro, Basel 

►17.06.2015  Urban Pioneers: Kreative Milieus in der Stadtentwicklung. Prof. Klaus Overmeyer, Bergische Universität Wuppertal: 

►15.07.2015 Stadt, Wissenschaft, Bürger - Thesen zu einem spannungsreichen Verhältnis. Prof. Dr. Klaus Selle, RWTH Aachen