Fritz Wutzdorff

* 5.02.1951 † 29.09.2017


2. Oktober 2017

Fritz Wutzdorff, geboren 1951 in Kiel, gestorben 2017.

Als wir im Januar 2013 unser 10jähriges Jubiläum feierten, begann es am späten Nachmittag zu schneien. Gäste aus Hamburg, schon unterwegs zu uns, riefen an und sagten ab – die Straßen zu glatt, der Schneefall zu heftig. Nicht so unser lieber Fritz Wutzdorff, exzellenter Radierer und Kupferdrucker, dazu ausgemachter Bücherfreund, begieriger Leser und regelmäßiger Gast in unserer Buchhandlung:

Er, dem die Krankheit längst verbot, sich weiterhin den giftigen Dämpfen seines Druckhandwerks auszusetzen, der längst auf Unterstützung seiner Atmung angewiesen war, erwiderte auf unseren Dank und das Erstaunen darüber, dass er die Anfahrt aus seinem Wohnort bei Cismar an der Ostsee auf sich genommen hatte, er wäre auch gekommen, wenn der Schnee einen Meter hoch gelegen hätte.

Fritz Wutzdorff ist tot. Er hat seiner über Jahre fortschreitenden Krankheit immer auch einen Wert abgewinnen können: dass er nicht mehr drucken konnte, habe ihn so viel Neues entdecken lassen, sein immer stärker eingeschränkter Bewegungsradius habe ihm Interessengebiete und Lektüren beschert, die sich ihm ohne die Krankheit nicht eröffnet hätten. Er meinte es ernst, wir haben ihn sehr dafür bewundert und werden ihn immer in Erinnerung behalten.

Sommerfest der Hüxstraße


und noch ein Rückblick

maKULaTUR vor der Tür

und ein Rückblick...


Montag, 10. Juli 2017

Fotos: Claudia Bachmann. Danke, Claudia!

Claudia Bachmann:

Blick zurück. Ein Foto- und Postkartenprojekt


8. Juli 2017 bei maKULaTUR

Claudia Bachmann, Filmregisseurin, Malerin, Fotografin in Berlin, hat mit Geflüchteten aus Syrien, dem Irak, dem kurdischen Gebiet im Irak und aus Libyen Gespräche geführt und rückt das Resumée in ein vor diesem Hintergrund ungewöhnliches Format ein:

Text- und Bildträger ist die Ansichtskarte. Der überschaubare Rahmen entpuppt sich als hintergründig - die Portraitierten,
befragt nach dem auslösenden Moment ihrer Flucht, lenken den Blick des Betrachters um in Richtung des Aussichtslosen, zum Zeitpunkt des Aufbruchs Erlebten, im Angesicht einen Schatten des Schreckens.


Die Künstlerin ist zugegen.

Wolkenkuckucksheim.tv XXL

(es geht weiter!)


Montag, 3. Juli 2017

Kommt zahlreich zu unserer nächsten Veranstaltung, einer ersten Kooperation mit den Freunden des Soli-Zentrums und einer zweiten XXL-Ausgabe von wolkenkuckucksheim.tv in den Räumlichkeiten der sozio-kulturellen Initiative!


Ort: SoliZentrum, Willy-Brandt-Allee 11, HL (rechts neben Walli und Treibsand-Gelände)

Zeit: Montag, 03. Juli '17 . Einlass ab 20 Uhr, Beginn ca. 20.30 Uhr.

Eintritt: Frei. Kauft Getränke und spendet.


Programm:
Audiac. (voc, keyb/electr, drums) Elektronisch episch emotional. Gewagt und konsequent in Form und Ausdruck. (Beim renommierten Klangbad-Label.)
Victoria Helene Bergemann. Slam-Poetin der Stunde. Verließ im Juni die Schleswig-Holstein-Slam-Meisterschaft als Siegerin.
Scorbut. (voc, git, percussion) Keine Unbekannten mehr in HL und UmgeBRD. Chanson Folkkrusten Rockreste. Tradition & Moderne. Hafenlieder & Rio auf Reisen.

Überraschungen


14.06.2017

Herr G., Fotograf und Kunde seit jeher, wies uns am 7. Juni auf einen Beitrag im Zeitmagazin-Newsletter hin, der ihm, der gerade unser Schaufenster für eben diesen Newsletter (Reihe 'Meine Lieblingsbuchhandlung') fotografieren wollte, zuvorgekommen sei. Darin, illustriert mit einem Schnappschuss unseres Fensters, eröffnet Zeitmagazin-Leserin Claudia Diers, warum unsere Buchhandlung ihr Favorit sei: "Ein Besuch dort ist immer gefährlich, weil ich am liebsten den ganzen Laden mitnehmen würde."

Uns freuen beide Beiträge - der zuvorgekommene und der durch den ihm zuvorgekommenen vorerst nicht zustandegekommene Beitrag. Und Herrn G. möchten wir ermuntern, jetzt unser neues Schaufenster mit den schönen Badenden des japanischen Holzbildhauers Koji Tanada (geb. 1968 in Hyogo, lebt und arbeitet in Kanagawa) aufs Korn zu nehmen und uns zuzusenden. Wir werden mit Vergnügen unser Foto (s. o., selbstgeknipst) durch seines ersetzen.


Was noch gesagt sein soll: Gleichermaßen erfreut zur Kenntnis genommen haben wir letztes Jahr im August die Ansicht unserer spätsommerlichen Gemüse-Hängung (Maarten Kolk: Doorgeschoten) von Olaf Lewitz nebst schönen Komplimenten, die uns als neue Google-Bebilderung überraschte und geblieben ist. Merci, O.L.

Gerät & Gefieder (der Frühling kehrt wieder)


Mai 2017

Richard Tuttle? Natürlich nicht. Jean Tinguely? Auch nicht. Andreas Slominski vielleicht? Alles falsch!

Ein zweckdienlicher Apparat, eine Vogelscheuche. Die Wetterfahne richtet den Propeller zum Wind, und sobald er sich dreht, wickelt sich eine Schnur, an deren Enden je eine Holzkugel befestigt ist, derart um die Achse, dass die Kugeln einen Trommelwirbel auf dem Boden des umgekehrten Emaillebechers entfachen, vermutlich laut genug, um es Vögeln und anderen Nutznießern der Feldfrüchte ungemütlich zu machen. So grob die Teile wirken, so fein läuft der Mechanismus.

Die kunstvoll-listige Konstruktion findet sich unter vielen wunderbar schlichten Alltagsgegenständen des ländlichen Portugal in Jasper Morrisons Buch 'The Hard Life' , eine wahre Fundgrube, näher beschrieben in unserer Rubrik 'Design'.

Aber Städter wie Naturfreunde wollen Vögel nicht verscheuchen, sondern sie beobachten, ihnen lauschen, auch von ihnen lesen. Und da wird ihnen in diesem Frühjahr allerhand Neues geboten: Von Jürgen u. Thomas Roths 'Kritik der Vögel' (Blumenbar) über Peter Krauss' 'Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?' (Matthes & Seitz in der Reihe 'Naturkunden'), Helen Macdonalds 'Falke', Thomas Schmidts 'Was piept und fliegt in Hamburg?' (ein vogelkundlicher Stadtführer, erschienen im Junius-Verlag und nicht nur für Hamburger interessant), Jennifer Ackermans 'Die Genies der Lüfte' bei Rowohlt bis hin zu Bernd Heinrichs 'Der Heimatinstinkt' über das Geheimnis nicht nur der Vogelwanderung, gleichfalls als ein Band der 'Naturkunden' bei Matthes & Seitz erschienen.

Weihnachtsbotanik


zum 24. Dezember 2016

'Dieses Gewächs...bringt Vorteile in vielerlei Hinsicht, will sagen, zunächst gegen Teufelskrankheiten und gegen Schlangen, und gegen wilde Tiere, und gegen Gifte, und für verschiedene Wünsche, und für Missgunst, und für Schrecken, und damit du der Gnade teilhaftig wirst, und damit du, falls du diese Pflanze mit dir führst, zu Wohlstand gelangst und große Anziehungskraft ausübst.'

Mit diesem Zitat aus einem angelsächsischen Heilpflanzenbuch des 11. Jahrhunderts wünschen wir den Freundinnen und Freunden unserer Buchhandlung ein zauberhaftes Weihnachtsfest und ein Jahr glücklicher Fügungen, freudiger Überraschungen und segensreicher Einflüsse.

(Botanische Illustration RG maKULaTUR)