Sommer, spät


August 2018

Mit einem Buch in der Hängematte - lesen, umblättern, schauen, sich ablenken lassen (Amsel/oben, Gänse/von links nach rechts, Regionalbahn, Schiff/fern oder nicht je nach Windrichtung, Mücke/Patsch!) den Blick schweifen lassen, die Position ändern, zum Buch zurückkehren. Teju Coles 'Erforschung des Verhältnisses zwischen dem körperlichen Bewusstsein und der sichtbaren Welt' (Siri Hustvedt über 'Blinder Fleck', in diesem Jahr erschienen bei Hanser) bietet sich an.

Mehr darüber unter 'belletristik' und 'fotografie'!


Foto: RG, maKULaTUR

2. Hansekulturfestival Lübeck


8. bis 10. Juni 2018, diesmal in der südöstlichen Altstadt

Unter dem bunt bewimpelten und beschirmten Himmel über dem Aegidienviertel, unter Gießkannen, Lampenschirmen, Kronleuchtern und flatternder Wäsche (gut gemacht, Carsten Albrecht!) stach maKULaTUR in See - mit allem an Deck, was der unergründliche Schiffsbauch an maritimem Lesestoff hergab. Ahoi, auf ein nächstes Mal!


Fotos: RG, maKULaTUR

Die 15-Jahre-Jubelfeier

am 17. März 2018


Fotocollage 15 Jahre maKULaTUR

Einmal mehr hat sich an uns das Wunder der Prokrastination ereignet. Fünfzehn sind wir seit Dezember. Das Schöne am Hinauszögern ist ja die intensive Erfahrung, dass da noch Zeit vor einem liegt, in die man was hineinschieben kann.

„Wer heute eine Buchhandlung gründet“, hat Jenny Erpenbeck 2016 bei der Preisverleihung im Heidelberger Theater von der Bühne herab gesagt, und es war auf uns gemünzt, „kann nicht ganz bei Trost sein“. Heute ist demnach kein Tag, es ist eine Spanne. Trost suchen wir nicht, können auch keinen spenden, schon gar nicht im Hier und Jetzt, für das wir kein ausgeprägtes Talent haben, und 15 Jahre sind noch lange kein Grund zur Aufregung.

Wir sind deshalb besonders froh, dass wir die lakonische Stimme Hanne Römers gewonnen haben, deren aufzeichnensysteme auch nicht von Anfang und Ende sprechen. Und auch das fünfzehnte Jahr durchmessen haben.

Der Leser (der/ die Lesende) denkt vielleicht an die „Aufschreibesysteme“ des Kulturwissenschaftlers Friedrich Kittler. Eingängiges Zitat: „So gipfeln denn alle Sünden des klassischen Aufschreibesystems im Deutschaufsatz.“ Von solcher Sünde ist aufzeichnensysteme zweifelsfrei frei. Oder büßt sie ab. Und das zu unserem gepflegten Vergnügen.

Wir danken Hanne Römer für ihren konzentrierten poetischen Vortrag und für die Wiederbelebung der Schreibmaschine im sprachanalytischen Einzelgespräch, unseren lieben Gästen für die vielen Blumen, Gaben, Glückwünsche und Treuebeweise, Antoinette Moore und allen KöchInnen (Kochenden, Backenden), die feinste Speisen beitrugen, Klaus Giebel für die Bilder des Abends (s. oben, bei Klick auch größer) und allen zusammen für ein gelungenes Fest!



15 Jahre maKULaTUR

15 Jahre .aufzeichnensysteme


Samstag, 17.03.2018
ab 19.00 Uhr


mit Hanne Römer, Wien (.aufzeichnensysteme. Schreib- und Zeichenarbeiten an der Schnittstelle von Literatur/Bildender Kunst)


rechts zu sehen:
"Hirsch" (Abb.)
Handzeichnung (Feder/Tusche),
Schreibmaschine, Papiersackerl,
15 x 10 cm,
Jahresgabe 2017 Oberösterreichischer Kunstverein

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Buchhandlung,

dem 875. Stadtgeburtstag halten wir mit vergleichsweise schwach geschwellter Brust unseren 15. Jubeltag entgegen.

Wir möchten das entsprechend verhalten feiern mit Ihnen oder euch und mit Hanne Römer / .aufzeichnensysteme / Wien, deren work in progress an der Schnittstelle von Literatur, visueller und radiophoner Kunst eben dasselbe juvenile Alter erreicht hat.

Die Autorin trotzt der Witterung und trägt vor aus ihrem jüngsten Buch ‚IM GRÜNEN‘, worin sie – und wir sagen es gleich – ‚eine fluide Form der Kurzschrift entwickelt, die Abgründe der Gegenwart nicht durch vorschnelle Sinnstiftung kaschiert‘ (Paul Pechmann, Ritter Verlag Klagenfurt).

Hört hört! Kommt, feiert mit uns juvenil und fluid!


IM GRÜNEN (Schaufenster)


16. März 2018

draußen schneit's, drinnen grünt's!

Neues Jahr, neue Öffnungszeiten


1. Januar 2018

Das saisonale Zubehör ist verstaut, ein neues Jahr beginnt, maKULaTUR ändert die Öffnungszeiten:


Wir sind ab sofort
Dienstag - Freitag 10.00 - 18.00 Uhr
Samstag 10.00 - 16.00 Uhr
für Sie da.

Rascheln & Knistern


zum 24. Dezember 2017

Nun stieben alle wie die Schneehühner auseinander oder zueinander, und auch die Buchhändlerinnen verabschieden sich flugs, nach allen Seiten grüßend und fromme Wünsche ausstoßend, für unglaubliche drei Tage ins Privatere und suchen nahbei das Weite.

'Die hinter ihnen liegenden Fußstapfen waren jetzt nicht mehr lange sichtbar; denn die ungemeine Fülle des herabfallenden Schnees deckte sie bald zu, daß sie verschwanden. Der Schnee knisterte in seinem Falle nun auch nicht mehr in den Nadeln, sondern legte sich eilig und heimlich auf die weiße schon daliegende Decke nieder.[...]

Sie blieben noch ein wenig länger stehen, aber es meldete sich nichts, es war nicht ein einziger Laut, auch nicht der leiseste außer ihrem Atem zu vernehmen, ja in der Stille, die herrschte, war es, als sollten sie den Schnee hören, der auf ihre Wimpern fiel.'*

Den Freundinnen und Freunden unserer Buchhandlung wünschen wir friedliche Weihnachten und festen Boden unter den Füßen im neuen Jahr!


*) Adalbert Stifter, Der Heilige Abend/Bergkristall 1845/53


Arne Wesenberg

IM [UN]RUHESTAND


Buchvorstellung bei maKULaTUR


Mittwoch, dem 13. Dezember
ab 19.oo Uhr
Hüxstraße 87
23552 Lübeck

Gemeinsam mit dem Lübecker Gestalter und Fotografen Arne Wesenberg stoßen wir an auf seinen wunderbaren Fotoband, dessen Entstehen wir über längere Zeit mit Vergnügen verfolgt haben:

Arne Wesenberg. IM [UN]RUHESTAND
herausgegeben von Susanne Mayer, kürzlich erschienen im Verlag Kehrer, Heidelberg

Sie sind und ihr seid herzlich willkommen!


Arne Wesenberg hat mit seiner analogen Großformatkamera in einem Zeitraum von sieben Jahren mehr als 200 bekanntere und weniger bekannte Zeitgenossen in ganz Deutschland aufgesucht und porträtiert. Allen gemein ist, dass sie trotz ihres hohen Alters immer noch mitten in der Gesellschaft und im Berufsleben stehen - ob Handwerker, Künstler, Politiker, Verleger oder Schauspieler.

Arne Wesenberg (1974 in Stralsund geboren) studierte Kommunikationsdesign an der Lübecker Werkkunstschule und
Kunstgeschichte in Hamburg. Seit 2010 arbeitet er an seinem Fotoprojekt »Im UnRuhestand«. Von 2010 bis 2015 besuchte er in Berlin Fotoklassen der Ostkreuzschule - Schule für Fotografie und Gestaltung, u.a. bei Andreas Mühe, Thomas Meyer und Sven Marquardt. 2013 gewann Arne Wesenberg den Opus Fotografie-Preis und 2015 den IPOTY - International People Discovery of the Year 2015 in der Kategorie People, zudem war er 2016 Finalist beim Hellerau Photography-Award sowie beim Youmanity imAge Photography Award.