maKULaTOUR ins Dielenhaus

Lesung & Vernissage


lubeca my reflection
Fotografien von Thomas Elsner 2007 - 2017


Lesung:
Samstag, 25. 11. 2017
18.00 - 20.00 Uhr
maKULaTUR im Dielenhaus
Fleischhauerstraße 79,
23552 Lübeck

Vernissage:
Kunstraum M66
20.00 Uhr
Mühlenstraße 66
23552 Lübeck

Lübeck flimmert

Aufwachsen in den Lübecker 50er, 60er, 70er Jahren, sich wegdenken, weggehen, was werden, wachsen, sich zurückdenken, zwischendurch wiederkommen und hinsehen - welche Bilder von der Stadt bleiben hängen, welche drängen sich auf, welche verblassen und bleiben auf der Strecke zwischen Herkommen, Herumkommen und Wiederkommen? Was verfließt und verfärbt sich, welcher Sound mischt sich ein? Im Buchtitel klingt ein Song der britischen Rockband The Sisters of Mercy an - 'Lucretia My Reflection'. Ein süßes Lied ist das nicht.

Zwischen 2007 und 2017 geht Thomas Elsner den Spuren seiner jugendlichen Kamera- Streifzüge durch Lübeck aus verändertem Blickwinkel nach. Der sorgfältig gestaltete Band lubeca my reflection, soeben erschienen im Berliner DISTANZ-Verlag, enthält ein Vorwort von Björn Engholm, das Protokoll eines Gesprächs zwischen Frido Mann und Larissa Beham sowie Texte von Karl-Hermann Leukert und Ingo Siegmund.

Wir stellen das Buch vor:

Am 25. 11. 2017 liest Larissa Beham im Dielenhaus ihren Beitrag Lübeck als Los oder ein 'männliches' Echo - das Protokoll eines Dialogs mit Frido Mann über die Stadt seiner Vorväter. Karl Hermann Leukert liest seinen Text Im Bauch von Vineta.

Nach der Lesung geht es in den Kunstraum M66 zur Ausstellungseröffnung lubeca my reflection. Fotografien von Thomas Elsner 2007 -2017


THOMAS ELSNER (*1956 in Lübeck) gründete als Student das Independent-Magazin Elaste, das unter Kennern längst Kultstatus hat. Er lehrte an der Akademie Mode & Design München und leitet seit 1991 ein eigenes Studio für Artdirection, Design und Consulting in München, das sich auf die Entwicklung von internationalen Modekampagnen und auf Editorial Design konzentriert. Seit seinen beruflichen Anfängen arbeitete er immer wieder auch als Fotograf.

What did they do there?


Rückblick auf unseren Abend mit Gudrun Kenschner, Susanne Wegener und Akira Ando

Gudrun Kenschner platziert sich im Unwirtlichen (nein, das Dielenhaus ist natürlich nicht gemeint!), sie spürt es systematisch auf wie ein Location-Scout. Nur sind ihre Auftraggeber besonders unzugänglich und unbequem; die Anweisungen, die sie erteilen, bewegen sich in einer Grauzone: Es sind die Orte selbst, wenig ansprechende, beiläufig verunglückte Architekturen.

Da richtet Gudrun Kenschner sich ein, eine Unbehauste, mit den paar Sachen, die sie am Leib trägt. Oder die sie sich vom Leibe hält, indem sie von ihr förmlich abstehen - extravagante Sachen sind das mitunter; sie korrespondieren auf wunderliche Weise mit der Umgebung. Sie kleiden weniger die Person, als dass sie dem Aufenthaltsort huldigen, der hier nur ein Winkel ist und der Huldigung dringend bedarf.

Oder gerade nicht. Von da kommt kein Echo. Das macht den Winkel zum Kandidaten für eine Werbung, der er nicht gewachsen ist. Die ihn überfordert. Er macht von vornherein dicht, von da ist nichts zu erwarten: Das provoziert. Das kann sehr befreiend sein.

Die Künstlerin tanzt ihn an, imitiert ihn, posiert vor ihm; einladend breitet sie ihr Arsenal vor ihm aus - das Besteck zu einer ritualhaften Handlung, die das Sakrale mitunter streift.
Sie zieht alle Register. Mit ihr die Musiker, oder nach ihr, denn sie verharrt im Bild und tritt nur als leise Erzählerin daraus hervor.


Wir sind glücklich, dass Susanne Wegener sich mit Verve dem Experiment ausgesetzt hat, Gudrun Kenschners Routen und Rituale gemeinsam mit Akira Ando in einer anspielungsreichen tour de force nachzuvollziehen. Und danken Ulrich Büning für die tätige Gastfreundschaft, Antoinette Moore für die köstichen Beilagen!

maKULaTOUR ins Dielenhaus


What is she doing there?
Gudrun Kenschner. Performancefotos


18. November 2017
19.00 Uhr
Dielenhaus
Fleischhauerstraße 79
23552 Lübeck

Eintritt frei, Spende erbeten

What is she doing there?
Die Performancekünstlerin Gudrun Kenschner. Eine Einstimmung mit wechselndem Instrumentarium

maKULaTUR lädt ein ins Dielenhaus und präsentiert:
Gudrun Kenschner, Performancefotos. Ein Künstlerbuch in zwei Folgen, aufgeblättert von der Künstlerin.

Stimme und Klavier: Susanne Wegener, Jazzmusikerin
Special Guest: Akira Ando, Cellist und Kontrabassist


Die Hamburger Performancekünstlerin Gudrun Kenschner kommentiert die öffentliche Ordnung, und das tut sie mit hochzivilisiertem Ungehorsam. Flüchtig und ungesehen besetzt sie Nischen im Stadtraum, bespielt sie mit Witz und Akkuratesse und entschwindet. Davon erzählt nur noch eine Spur auf dem Objektiv, das den Faden buchstäblich 'aufnimmt' und weiterreicht ans verspätete Publikum – den Betrachter der Aufnahme im Künstlerbuch.

Aber die Künstlerin ist auch eine Erzählerin. Was sich im Zusammenspiel mit der Jazzmusikerin Susanne Wegener und dem Kontrabassisten Akira Ando ereignet, trägt sich nur in dieser einen Vorstellung am 18. November um 19.00 Uhr im Dielenhaus zu!

 

ein Blick ins Schaufenster


20.Oktober 2017

Unser papierenes Monument zum Lobe des Handwerks: Seiten aus Jasper Morrisons Buch 'The Hard Life', erschienen 2017 im Lars Müller Verlag. Wir haben zum Thema auch einige andere schöne Neuerscheinungen zu bieten, z. B. EJ Osbornes Spoonmaker, Craft-Based Design, herausgegeben von Stefan Moritsch, Urban Potters von Katie Treggiden, Makers Ware von Wang Shaoqiang, Henri Focillons Lob der Hand, Birgitta de Vos' Out of Fashion oder auch - eine dickleibige Kulturgeschichte des Heimwerkens - Selbst ist der Mann von Jonathan Voges (siehe unsere Rubriken 'design' 'kunst & künste', 'leben').

Fritz Wutzdorff

* 5.02.1951 † 29.09.2017


2. Oktober 2017

Fritz Wutzdorff, geboren 1951 in Kiel, gestorben 2017.

Als wir im Januar 2013 unser 10jähriges Jubiläum feierten, begann es am späten Nachmittag zu schneien. Gäste aus Hamburg, schon unterwegs zu uns, riefen an und sagten ab – die Straßen zu glatt, der Schneefall zu heftig. Nicht so unser lieber Fritz Wutzdorff, exzellenter Radierer und Kupferdrucker, dazu ausgemachter Bücherfreund, begieriger Leser und regelmäßiger Gast in unserer Buchhandlung:

Er, dem die Krankheit längst verbot, sich weiterhin den giftigen Dämpfen seines Druckhandwerks auszusetzen, der längst auf Unterstützung seiner Atmung angewiesen war, erwiderte auf unseren Dank und das Erstaunen darüber, dass er die Anfahrt aus seinem Wohnort bei Cismar an der Ostsee auf sich genommen hatte, er wäre auch gekommen, wenn der Schnee einen Meter hoch gelegen hätte.

Fritz Wutzdorff ist tot. Er hat seiner über Jahre fortschreitenden Krankheit immer auch einen Wert abgewinnen können: dass er nicht mehr drucken konnte, habe ihn so viel Neues entdecken lassen, sein immer stärker eingeschränkter Bewegungsradius habe ihm Interessengebiete und Lektüren beschert, die sich ihm ohne die Krankheit nicht eröffnet hätten. Er meinte es ernst, wir haben ihn sehr dafür bewundert und werden ihn immer in Erinnerung behalten.

Sommerfest der Hüxstraße


und noch ein Rückblick

maKULaTUR vor der Tür

und ein Rückblick...


Montag, 10. Juli 2017

Fotos: Claudia Bachmann. Danke, Claudia!

Claudia Bachmann:

Blick zurück. Ein Foto- und Postkartenprojekt


8. Juli 2017 bei maKULaTUR

Claudia Bachmann, Filmregisseurin, Malerin, Fotografin in Berlin, hat mit Geflüchteten aus Syrien, dem Irak, dem kurdischen Gebiet im Irak und aus Libyen Gespräche geführt und rückt das Resumée in ein vor diesem Hintergrund ungewöhnliches Format ein:

Text- und Bildträger ist die Ansichtskarte. Der überschaubare Rahmen entpuppt sich als hintergründig - die Portraitierten,
befragt nach dem auslösenden Moment ihrer Flucht, lenken den Blick des Betrachters um in Richtung des Aussichtslosen, zum Zeitpunkt des Aufbruchs Erlebten, im Angesicht einen Schatten des Schreckens.


Die Künstlerin ist zugegen.