G7 in Lübeck


14. April 2015


'Man begann, sich an das Geräusch zu gewöhnen, das dort draußen anschwoll, abnahm, pausierte'

 

Dat is nu so wied ...
G7-Konferenz vom 14. bis 16.4.2015 in Lübeck

"Plötzlich wurde Rufen und Schreien, eine Art von übermütigem Johlen, Pfeifen und das Gestampf vieler Schritte auf der Straße vernehmbar, ein Lärm, der sich näherte und anwuchs ... 'Mein Gott!' rief die Konsulin, indem sie ( ) angstvoll aufsprang und zum Fenster eilte. 'Sollte es...O mein Gott, ja ( ) ... Es ist das Volk ...'

Die Sache war die, daß während des ganzen Tages bereits Unruhen in der Stadt geherrscht hatten. In der Breiten Straße war am Morgen die Schaufensterscheibe des Tuchhändlers Benthien vermittelst Steinwurfes zertrümmert worden, wobei Gott allein wußte, was das Fenster des Herrn Benthien mit der hohen Politik zu schaffen hatte. ( ) In diesem Augenblick kam der Konsul durch die Säulenhalle ( ) Er trug seinen Paletot über dem Arm und den Hut in der Hand. 'Du willst ausgehen, Jean?' fragte die Konsulin entsetzt ... 'Ja, Liebe, ich muss in die Bürgerschaft ...' ( )

Als er in die Bäckergrube hinaustrat, vernahm er hinter sich Schritte und erblickte den Makler Gosch ( ) 'Ich bin den ganzen Tag unterwegs gewesen, ich habe den Pöbel beobachtet. Es waren herrliche Bursche darunter, das Auge flammend von Haß und Begeisterung ... O, man kann nicht leugnen, dass die Sache ihre erhabene Seite besitzt! Es ist endlich einmal etwas Anderes, wissen Sie, etwas Unalltägliches, Gewalttätiges, Sturm, Wildheit ... ein Gewitter ...'"

Rückblick: Die Lesung


9. März 2015

An dieser Stelle fehlt etwas: ein fotografischer Blick in die dicht bevölkerte Diele am Samstagabend; auf Svenja Leiber vor hohen Fenstern, nach vielen Exkursen angekommen im Letzten Land; eine Tonaufnahme der wohltemperierten Autorinnenstimme, die das Publikum gut gestützt durch das Gelesene und Erzählte trug, nicht ohne die Bogenstriche von Yonah Raupers, der es, auf der knarrenden Treppe und Galerie balancierend, "vergeigte"; eine Wiedergabe der Geräuschkulisse von vermischten Gesprächen bis Mitternacht, klirrenden Gläsern und zusammenrückenden Stühlen auf Gotlandfliesen.

Autorenlesung:


Svenja Leiber liest aus ihrem 2014 bei Suhrkamp verlegten Roman 'Das letzte Land'


samstag
7. märz 2015
19 uhr
eintritt 8/erm. 6 euro

maKULaTOUR ins dielenhaus
fleischhauerstraße 79
23552 lübeck

„Das letzte Land“ ist aus guten Gründen unkenntlich, aber keine Terra incognita - für den Lübecker Leser nicht, und für die Autorin nicht, die aufgewachsen ist auf dem Terrain, das sie bespielt.

Wir freuen uns außerordentlich, Svenja Leiber
am Samstag, dem 7. März, um 19 Uhr im Dielenhaus, Fleischhauerstraße 79
begrüßen zu dürfen. Sie liest aus ihrem 2014 bei Suhrkamp erschienenen Roman „Das letzte Land“.


Karg sind die Verhältnisse, und die Zeichen stehen nicht gut für eine musikalische Hoffnung wie den Knaben Ruven, denn er ist nicht die Hoffnung derer, mit denen er aufwächst, viel eher eine des Lesers, der sich gern darauf einließe, dass sich nach den Regeln des Bildungsromans die Künstlerlaufbahn schlüssig vollende.

Hier wird ein anderer Grundton angeschlagen. Die Melodie entspinnt sich entlang der Lebensstationen des Stellmacher-sohns, der als Junge das Geigenspiel für sich erfindet, von einem mit Mühe gewonnenen Lehrmeister auf den nächsten sattelt und von einer tiefen Liebe erfasst wird, für die es zu früh und am Ende zu spät ist. Er spielt zu Hochzeiten auf, geht seinen Fußweg in die nicht weiter genannte Stadt – sie gleicht Lübeck -, findet einen Mäzen, trifft in der Linde’schen Villa auf Munch, ist, als der Krieg ausbricht, Stellmacher, Bauer und Knecht, bis die Front die Männer vom Dorf in Stücken zurückspült. Das ist erst der Anfang.

Ein mit großer Selbstverständlichkeit wirtschaftender Tod mischt sich früh ein. Der individuelle natürliche und der verbrecherische, dann das gewaltsame große Sterben, das sich jenseits des Erzählbaren ereignet, zweimal für den in die erste Jahrhundert-hälfte geworfenen Ruven. Andere Stimmen werden laut, es ist nicht anzukommen dagegen, und auch am eigenen Einknicken und an dem Widersacher seit Kindertagen, der, selbst ein Getriebener, die Verhältnisse ausbeutet für seine Zwecke, zerschellt das meiste.

Was sich darüber hinaus ereignet, ist ein vollkommen unprätentiöser Sprachwitz, ein durchgehaltener Ton, lustvoll, schnörkellos und pointiert: eine nie, aber wie gesprochene Sprache.

Der Lübecker Stadtdiskurs: Wo steht Lübeck morgen?


1. Februar 2015

Zu ihrem 225. Jubiläum veranstaltet, fördert und unterstützt die GEMEINNÜTZIGE mit zwölf weiteren Institutionen, Stiftungen und Akteuren eine 15-teilige Vortragsreihe zur Zukunftsfähigkeit Lübecks mit anschließender Diskussion.
http://www.luebeckerstadtdiskurs.de

Idee, Konzeption und Umsetzung:
Antje Peters-Hirt, Lübeck, und Prof. Dr. Ulf Matthiesen, Humboldt-Universität Berlin


Nächste Termine:

►22.04.2015 Wohnen in der Wissensstadt! Biografische Episode oder lebenslange Konstante? Dr. Marcus Menzl, HafenCity GmbH Hamburg

►20.05.2015 Einfallsreiches Weiterbauen im Bestand des Lübecker Weltkulturerbes. Marco Zünd, Buol & Zünd Architekturbüro, Basel 

►17.06.2015  Urban Pioneers: Kreative Milieus in der Stadtentwicklung. Prof. Klaus Overmeyer, Bergische Universität Wuppertal: 

►15.07.2015 Stadt, Wissenschaft, Bürger - Thesen zu einem spannungsreichen Verhältnis. Prof. Dr. Klaus Selle, RWTH Aachen

Wintermärchen


1. Januar 2015

Land spielen, Schwein haben, Märchen erzählen ...


Vorgaben z. B.:
Buchumschlag Daniel Mezger: Land spielen. Salis Verlag
Gerhard Schulz: Wildschwein. Rannenberg & Friends-Postkarte (merci, Jacqueline!)
Buchumschlag Kenya Hara: Weiss. Lars Müller Verlag

(Man kann das auch ereignisreicher haben, z. B. mit Kathrin Brömses 'Geschichten-Erfinder', zu sehen unter 'Schöne Sachen')

...nein, auch im Winter, wenn es regnet


24. Dezember 2014

Die Arbeit der Holzfäller und Tannenbaumhändler ist getan, die Waldbewohner haben es hingenommen, Fuchsschwanz und Bügelsäge versammeln sich für den letzten Schliff im Wohnzimmer, der Himmel öffnet die Schleusen, vor der Tür steht: das Fest.

Wir wünschen den Freundinnen und Freunden unserer Buchhandlung schöne Weihnachtstage und ein freundliches neues Jahr, in dem wächst, was wachsen, fällt, was fallen, fliegt, was fliegen und blüht, was gedeihen soll!


Unserem Weihnachts-Wimmelbild (anklicken - so sieht man mehr!) haben wir Motive von acht Buchumschlägen untergejubelt - alle auf unserer Website zu finden. Unter denen, die unsere Seiten durchforsten und uns per e-mail alle acht Autoren und Titel nennen, verlosen wir am 31.12.2014 zehn Exemplare der 'Romantherapie' von Susan Elderkin, Ella Berthoud und Traudl Bünger.

 

Neubau Schaufenster


maKULaTUR forstet auf

'Neubau Forst', gerade erschienen im Verlag Lars Müller, ist nicht nur ein großartiges Instrument für Stadt- und Landschafts-Visualisierungen, sondern besticht auch den für ästhetische Reize empfänglichen Passanten: Unser puristischer Winterwald im ansonsten überbordenden Fenster mit ausgewählten Doppelseiten aus dem sehr schönen Buch

Der Abend


Buchpremiere 'Die DNA der Stadt' mit den Autoren Inga Mueller-Haagen, Jörn Simonsen und Lothar Toebben am 5. Dezember 2014 bei maKULaTUR

Je schöner der Abend, desto länger die Gäste. https://www.facebook.com/DNAderStadt/photos_stream