Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Christoph Peters

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln


224 S., 215 mm
Luchterhand Literaturverlag
Geb. 18.99 EUR


Rensen, ein verschlafenes Dorf an der Ostsee: zur Küste hin flach, vereinzelte Feldeichen, Dornenhecken und hier und da ein Herrenhaus, alleinstehende Höfe, klinkergemauert, mit halbrunden Scheunentoren. 740 Einwohner, Bäckerei, Postamt mit Schreibwarenverkauf, eine Sparkassenfiliale und das Gasthaus 'Pit's Schollenkutter', wo die Wirtin Herta Mölders ganzjährig Bier und Schnaps ausschenkt.

Hier, in der tiefsten norddeutschen Provinz, will sich der Keramikkünstler Ernst Liesgang nach einigen Lehrjahren in Fernost Ende der achtziger Jahre niederlassen, um sich im Hof des alten Pfarrhauses einen original japanischen Anagama-Brennofen errichten zu lassen.
Durch einen mehr als glücklichen Zufall ist es Liesgang gelungen, keinen geringeren als Tatsuo Yamashiro, einen der erfahrensten und angesehensten Ofensetzer seines Landes, für diese Aufgabe zu gewinnen.

Mit einem ganzen Tross japanischer Helfer samt Verwandtschaft trifft Herr Yamashiro im Frühling 1989 in Rensen ein. Schon nach kurzer Zeit prallen die beiden grundverschiedenen Kulturen auf eine gleichermaßen komische wie anrüh-rende Weise aufeinander. Liesgangs Freunde, die das Projekt begleiten, sehen sich, nicht anders als die Bewohner des Ortes, einem ebenso irritierenden wie faszinierenden Kunst- und Lebensverständnis gegenüber. Den japani-schen Besuchern ergeht es umgekehrt kaum anders. Allen voran Herrn Yamashiro, der sehr zur Enttäuschung seiner eigens mitge-reisten japanischen Köchin in Rensen seine Liebe zu Mettbrötchen, Frikadellen, Schnitzeln, Kartoffeln und klarem Schnaps entdeckt.

"Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln" ist ein heiter-tiefsinniges Buch über die Begegnung gegensätzlicher Welten und Kulturen und die besondere Magie, die entsteht, wenn sich Menschen einem scheinbar unmöglichen gemeinsamen Projekt verschreiben. Wer Ähnlichkeiten mit der Biografie eines ganz bestimmten Keramikers an der ostholsteini-schen Küste erkennt, irrt sich nicht:
Das Buch ist Jan Kollwitz gewidmet.